Alpenluft

Ausgabe · Porträt des Piloten

1970

staatlich geprüft seit

Robert Blum.Der, mit demdu fliegst.

Bei den grossen Anbietern in Oberstdorf erfährst du erst am Startplatz, wer dich in die Luft bringt. Bei Alpenluft steht es vorher fest.

Robert Blum im Gurtzeug während des Fluges, hinter ihm das verschneite Oberallgäu
Robert Blum über dem Oberallgäu — Selbstauslöser im Flug.Foto: Robert Blum
01Kapitel 01 — Was dahintersteht
Robert Blum mit Mütze und Flugausrüstung auf einem verschneiten Grat im Abendlicht

Am Berg, bevor es losgeht.

1991

Die staatliche Prüfung

Gleitschirm- und Drachenfluglehrer, staatlich geprüft. Keine Wochenendschulung, sondern eine Ausbildung mit Prüfung — und die Verantwortung, die danach bleibt.

Titel

Deutscher Meister im Streckenfliegen

Die Disziplin, in der es nicht ums Spektakel geht, sondern ums Lesen: wo die Luft steigt, wo sie abreisst, wann man weiterziehen darf.

Rekorde

Mehrfacher deutscher Rekordflieger

Flüge, die über Jahre hinweg Bestmarken waren. Was davon zählt: Erfahrung mit Luft, die sich nicht an Prospekte hält.

heute

Tandemflüge über dem Allgäu

Dieselbe Luft, dieselbe Ruhe — nur sitzt jetzt jemand vor mir, der zum ersten Mal fliegt. Gestartet wird am Nebelhorn über Oberstdorf oder an der Hörnerbahn in Bolsterlang.

Warum ich in Ruhe fliege

Ich habe in den letzten Jahrzehnten ziemlich viel Luft unter mir gehabt. Rekorde geflogen, einen deutschen Meistertitel im Streckenfliegen geholt, Schüler ausgebildet. Was davon für dich zählt, ist nicht die Liste, sondern was daraus geworden ist: Ich muss niemandem mehr etwas beweisen — am wenigsten dir.

Streckenfliegen ist ein Geduldsspiel. Man sitzt stundenlang in der Luft und liest, was sie gerade macht: ein Hang, der Wärme abgibt, eine Wolke, die sich aufbaut, eine Kante, an der es reisst. Wer das jahrelang macht, verliert die Lust am Spektakel und bekommt dafür ein sehr genaues Gefühl dafür, wann es passt und wann nicht.

Genau das nimmst du mit, wenn du bei mir im Gurtzeug sitzt. Kein Zeitdruck am Startplatz, keine Schlange hinter uns, kein Programm, das durchgezogen wird, weil schon bezahlt wurde. Wenn ein Tag nicht passt, fliegen wir nicht — das ist keine Einschränkung, sondern der Grund, warum es sich sicher anfühlt.

Und wenn du Angst hast: sag es mir. Fast alle haben kurz vor dem Start ein flaues Gefühl. Wir gehen dann noch einmal durch, was gleich passiert, und wenn du willst, fliegen wir eine ruhigere Linie. Niemand wird hier den Hang hinuntergeschubst.

„Ich zähle nicht, wie viele Flüge ich schon gemacht habe. Ich zähle die Tage, an denen die Luft wirklich gut war."

Ein Gleitschirm hoch über einem weiten Alpental, dahinter gestaffelte Ketten
Streckenfliegen heisst: oben bleiben, Stunde um Stunde lesen, was die Luft macht — und erst weiterziehen, wenn es passt.Foto: Robert Blum
Gleitschirmkappe von unten gegen hellen Himmel, die einzelnen Zellen deutlich sichtbar
Der Doppelsitzer von unten — Material, das jedes Jahr geprüft wird.Foto: Robert Blum

Was ich mitbringe — und was du

Ich bringe

  • Tandemschirm und Gurtzeug
  • Helm für dich
  • Die Einschätzung, ob der Tag passt
  • Zeit für deine Fragen

Du bringst

  • Feste, knöchelhohe Schuhe
  • Kleidung, die etwas wärmer ist
  • Handschuhe und Mütze, wenn du sie hast
  • Etwas Zeitpuffer am Flugtag

Tandemfliegen ist in Deutschland kein Selbstversuch: Es braucht eine Erlaubnis, geprüfte Ausrüstung und jemanden, der die Verantwortung trägt. Genau dafür steht die staatliche Prüfung von 1991 — sie ist der Grund, warum du dich um nichts kümmern musst ausser um deine Schuhe.

Dann lern michin der Luft kennen.

Such dir einen Flug aus und bestell ihn als Gutschein — der Termin bleibt offen, bis du so weit bist. Wenn du vorher reden willst: Ruf an. Ich gehe selbst ans Telefon.